Pferdezucht in Sachsen & Thüringen

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Das Sächsisch-Thüringische Schwere Warmblut
Der zuverlässige Partner für Freizeit und Sport

Das Sächsisch-Thüringische Schwere Warmblut glänzt als echter Allrounder, das als sportliches Kutsch- und Reitpferd genauso brilliert wie als zuverlässiger Partner im Freizeitbereich. Kein Wunder, wird es doch besonders wegen seines ausgeglichenen Charakters und seiner Leistungsbereitschaft geschätzt.  

 

Geschichte der Rasse:

Seit über 100 Jahren wird das Sächsisch-Thüringische Schwere Warmblut in Sachsen und Thüringen gezüchtet – Regionen, die für ihre kräftigen und zugleich eleganten Wagenpferde bekannt waren. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg begann das sächsische Landgestüt Moritzburg 1871 mit dem Ankauf von Hengsten aus Oldenburg-Ostfriesland, um den Bedarf der Landwirte an robusten Arbeitspferden zu decken. Seit 1873 wird die Rasse Schweres Warmblut in Sachsen gezüchtet.

In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Zucht der Schweren Warmblüter beinahe ein Opfer des Umzüchtungsprozesses zum Reitpferd in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik. Dank der damaligen Landstallmeisterin in Moritzburg, Dr. Hertha Steiner, konnten einige Hengste dem Kastrationszwang entgehen und nach 1980 wieder an die verbliebenen Stuten, die passionierte Züchter bewahrt hatten, angepaart werden. In den folgenden Jahren erlebt die Rasse in Sachsen und Thüringen einen wahren Aufschwung, so dass heute wieder ca. 1.000 Zuchtpferde eingetragen sind. Dennoch wird die Rasse noch immer als gefährdet eingestuft.

Eng verwurzelt ist die Rasse noch immer mit dem sächsischen Landgestüt Moritzburg, wo es nicht nur gelang, die letzten Hengste während der DDR-Zeit zu sichern, sondern heute wieder über 30 Landbeschäler im Deckeinsatz sind. So ist es auch kein Zufall, dass die jährliche Körung des Sächsisch-Thüringischen Schwere Warmblutes jedes Jahr im November traditionell auf dem Gestütsgelände stattfindet und die Hengste auch in den allseits bekannten Hengstparaden im September eine zentrale Rolle spielen.

 

Das Schwere Warmblut heute:

Das Sächsisch-Thüringische Schwere Warmblut ist ein kulturhistorisch bedeutsames, robustes und vielseitig einsetzbares Pferd. Begehrt sind die „Moritzburger“ vor allem als elegante Kutsch- und Wagenpferde. Durch ihr ruhiges und ehrliches Temperament und ihre natürliche Umgänglichkeit sind sie ein verlässlicher Partner für alle Freizeitfahrer und -reiter sowie Liebhaber von Rund- und Traditionsfahrten. Daneben ist es aber vor allem die sportliche Eignung, durch die die Schweren Warmblüter immer wieder im Rampenlicht stehen – nicht zuletzt sind sie erfolgreich in internationalen Fahrprüfungen bis zur Schweren Klasse.

Seit 2002 finden in Moritzburg alljährlich die Bundeschampionate im Fahren statt, die auch für die Schweren Warmblüter ausgetragen werden. Diese Veranstaltung lockt immer wieder eine große Schar von Züchtern, Fahrern und rassebegeisterten Zuschauern an, die sich dem Charme und der Faszination dieser eleganten Fahrpferderasse nicht entziehen können.

Doch nicht nur vor dem Wagen, auch unter dem Reiter macht die Rasse eine gute Figur. So entdecken auch zunehmend Freizeit- und ambitionierte Turnierreiter die Vorzüge der Rasse. Neben Dressurprüfungen bis in die Schwere Klasse sind auch kleinere Springprüfungen realisierbar, im Gelände überzeugen die Schweren Warmblüter durch ihre Gelassenheit. Auch der Einsatz in der Therapiearbeit ist deshalb durchaus üblich.

 

 Auf einen Blick:

  • Ursprung: Deutschland
  • Hauptzuchtgebiet: Deutschland (Sachsen, Thüringen)
  • Stockmaß: ca. 1,65 m
  • Erscheinungsbild: kompaktes, mittelgroßes, muskulöses Pferd
  • Farben: alle Farben, die Fuchsfarbe ist nicht erwünscht
  • Haupteinsatzgebiet: Kutsch-, Reit-, und Freizeitpferd
  • Charakter: ruhiges, ausgeglichenes Temperament, lernwillig, freundlich und menschenbezogen, hohe Nervenstärke

Die Rasse ist Teil des lebendigen Kulturerbes in Mitteldeutschland und steht exemplarisch für gelungene Erhaltungszucht historischer Pferdetypen. Um diese Erhaltungszucht auch für die Zukunft abzusichern und das Kulturgut „Sächsisch-Thüringisches Schweres Warmblut“ zu erhalten, müssen eingetragene Zuchttiere strenge Anforderungen erfüllen:

Um einen ausgeglichenen Charakter, die Leistungsbereitschaft und Umgänglichkeit zu erhalten, setzt das Ursprungszuchtbuch sehr strenge Maßstäbe an und bedient sich dabei unter anderem den Leistungsprüfungen als Auswahlkriterium für die Zuchttiere. Hengste müssen eine 50-tägige Stationsprüfung absolvieren und werden dabei – wie auch die Stuten in ihrer Leistungsprüfung - in drei Disziplinen geprüft: unter dem Sattel, vor dem Wagen sowie an der Schleppe. Eine anspruchsvolle Leistungsprüfung für Pferd sowie Besitzer, aber ein ganz entscheidendes Kriterium, um die Merkmale des Charakters sowie der Leistungsbereitschaft objektiv zu bewerten und zu erhalten. Die Selektionsgrenze bei den Hengsten zur Zucht liegt bei 2-3 % des Geburtsjahrganges. Nichtsdestotrotz wird mit Hilfe von DNA-Analysen die Inzucht der gesamten Population im Auge behalten und überwacht. Somit wird sichergestellt, dass es keine wesentlichen Inzuchtsteigerungen in der Rasse gibt.

 

Zuchtverband:
Das Ursprungszuchtbuch der Rasse des Sächsisch-Thüringischen Schweren Warmblutes wird vom Pferdezuchtverband Sachsen-Thüringen e. V. in den Zuchtbezirken Sachsen und Thüringen, aber auch bundes- sowie europaweit betreut. Das Sächsisch-Thüringische Schweren Warmblut wird in Reinzucht sowie in einem geschlossenen Zuchtbuch gezüchtet. Es sind aber zur Verringerung der Inzucht verwandte Rassen und auch das Englische Vollblut zur Blutauffrischung unter Erfüllung bestimmter Kriterien zugelassen.

Für weitere Auskünfte zur Rasse oder eine Zuchtberatung stehen die Mitarbeiter des Pferdezuchtverbandes Sachsen-Thüringen e.V. gern zur Verfügung!