Hengsttage des Deutschen Sportpferdes München 21.- 24. Januar 2026
DSP-Hengsttage: Körsieger von Heartbreaker, Feliciano und Sir Heinrich
Die Ehrung der Prämien- und Siegerhengste bildete den krönenden Abschluss der 23. DSP-Körung auf der Olympia-Reitanlage in München-Riem. Von den insgesamt 36 präsentierten Springhengsten wurden 24 gekört, elf davon wurden außerdem mit einer Prämie ausgezeichnet. Das Dressurlot umfasste 55 Hengste, von denen 28 das begehrte Körprädikat erhielten, neun zusätzlich die Schärpe eines Prämienhengstes. Spannend blieb es bis zum Ende, denn das Prämienlot war zwar am Vorabend bekannt gegeben worden, doch das Geheimnis um Sieger und Reservesieger wurde erst am Schlusstag der Veranstaltung gelüftet.
Springen: „Langbeinig und leichtfüßig“
Es ist gute Tradition der DSP-Hengsttage, dass der jeweilige „Körkommissar Sport“ der Kommission die Kommentierung der Besten übernimmt. Und so war es Andy Witzemann, der Sportkommissar Springen, der den ersten Siegerhengst der Veranstaltung, einen Sohn des Heartbreaker aus einer Stute von Diarado beschrieb: „Langbeinigkeit, Leichtfüßigkeit im Ablauf und Modernität“ attestierte er dem Dunkelbraunen, der von Uwe Eberhardt im baden-württembergischen Herbrechtingen gezogen und von Jürgen Laue aus Gerbstedt in Sachsen-Anhalt ausgestellt wurde. Zudem agiere der Siegerhengst „mit viel Übersicht und Abdruck“. Die Mutter des Hengstes stellte mit diesem Sprössling bereits den dritten gekörten Hengst, darunter einen Vollbruder des DSP-Siegers.
Zum ersten Reservesieger der Springhengste wurde ein patenter Brauner von Million Dollar aus einer Caretino-Mutter gekürt. Der Hengst ist einem hochdekorierten Mutterstamm zuzurechnen, der nicht nur zahlreiche gekörte Hengste wie beispielsweise Diarado, den einstigen Holsteiner Körsieger, hervorbrachte, sondern auch auf internationalem Parkett erfolgreiche Sportpferde. Gezogen und ausgestellt wurde der Hengst von Klaus Isaak aus Künzelsau in Baden-Württemberg. Zweiter Reservesieger darf sich ein dunkelbrauner Hengst von Cornet’s Balou-Chellano Z nennen, der mit sehr gutem Ablauf am Sprung überzeugte und von Erich Priewasser im österreichischen Altheim gezogen wurde. Ausgestellt wurde er von Hartmut Keitel und Jürgen Laue, der damit gleich doppelt Grund zur Freude hatte.
Prämiert wurden außerdem Hengste von Chacco-Blue-Ugano Sitte, Cornet Obolensky-Contendro I, Denzel van het Meulenhof-Cellestial, Diamant de Semilly-Cornet Obolensky, Emerald van het Ruytershof-Balou du Rouet, Martini VDL-Glenfiddich VDL, Rob Roy vd Bisschop-Zambesi und Zirocco Blue-Askari. Die weiteren gekörten Springhengste stammen von Blue Diamond, Cero I, Charaktervoll, Cicero Z, Comilfo Plus Z, Conthargos (3 gekörte Söhne), Denzel van het Meulenhof, Dominatorré, Jasper, Tangelo van de Zuuthoeve und Vingino.
Erstmals zwei Dressursieger
In diesem Jahr warteten die DSP-Hengsttage mit einem Novum auf: Zusätzlich zu den mit Siegerschärpen ausgezeichneten DSP-Hengsten wurde ein weiterer Dressursieger gekürt – eine Entscheidung, welche die
Körkommission aufgrund der überragenden Qualität beider Dressurhengste fällte. Das fachkundige Publikum quittierte diese Entscheidung bei der Proklamation der Siegerhengste mit spontanem Applaus.
Ein lackschwarzer DSP-Rapphengst aus der bekannten Zuchtstätte des Martin Niedermair im bayerischen Aying ist einer der Beiden. Er ist ein Sohn des Feliciano, dessen Vater Floricello am Vorabend mit dem Titel „DSP-Elitehengst“ ausgezeichnet worden war, aus einer Staatsprämienstute von San Amour I. Der Stamm ist weit über Bayern hinaus bekannt, gehören ihm doch zahlreiche in Zucht und Sport hocherfolgreiche Pferde und Vererber wie die ebenfalls von Martin Niedermair gezogenen Lord Sinclair-Vollbrüder an. Ausstellerin des Körkandidaten war Ida Vávriková aus Brno in der Tschechischen Republik, die den Hengst als Fohlen bei der DSP-Auktion in Sauerlach gekauft hatte. Nicht nur ihr dürfte der Kommentar von Jörg Schrödter gefallen haben: „So sehen Sieger aus“, schwärmte der Dressur-Sportkommissar. „Ein Traumpferd, dessen Mutterstamm für Leistungsbereitschaft steht. Er ist super leichtfüßig und an der Longe hat man gesehen, was an Lastaufnahme möglich ist. Noch dazu hat er ein tolles Auge und strahlt Gelassenheit aus. Wir sagen ihm eine große Karriere voraus.“
Ebenfalls mit der Schärpe eines Dressur-Siegerhengstes geschmückt wurde ein Sohn des Sir Heinrich aus einer Don Juan de Hus-Mutter. Züchter des westfälisch registrierten Fuchses ist Erich Trogemann aus Olfen im Münsterland, ausgestellt wurde er von der ebenfalls in Nordrhein-Westfalen ansässigen Schulze Averdiek Sportpferde und Aufzucht GbR. Dem Stamm des Hengstes sind sowohl bis Grand Prix erfolgreiche Dressurpferde als auch Springpferde mit internationalen Meriten zuzuordnen. „Auch er ist mit den Qualitäten eines Siegerhengstes ausgestattet,“ so Jörg Schrödter. „Ein unheimlich großliniges Pferd mit sehr schönen Körperpartien und einem Ausdruck zum Verlieben“, schwärmte er. „Er verfügt über viel Eleganz und ebenfalls hervorragende Grundgangarten. Ein absolutes Ausnahmepferd!“
Auch der Reservesieger der Dressurhengste ist ein Fuchs, ein Sohn des Juwel aus einer Vitalis-Mutter. Und auch der Stamm dieses Pferdes aus der Zucht von Lianne und Claus Fenske aus Wardenburg in Niedersachsen, das von der Besitzergemeinschaft Westhoff & Rothenberger, Bad Homburg, ausgestellt wurde, brachte Pferde für die höchsten Kategorien aller olympischen Reitsportdisziplinen hervor.
Weitere Dressur-Prämienhengste der DSP-Hengsttage 2026 stammen von Dutch Dream-Benicio, Energy-Sezuan, Fusionist-Brentano II, Global Player-Floriscount, Total Hope-Feenkönig xx und Zackerey-Fürst Heinrich. Ebenfalls gekört wurden Hengste von Bonds, De Chirico, Don Romance, Escanto PS, Escolar, Expectation PS, Fabletic, Feinsten, Filox, Flashbang, Fynch Hatton, Quaterback, ein weiterer Sohn des Feliciano und je zwei Söhne von Floricello, Va Bene und Zackerey.
DSP-Hengsttage: München in Kauflaune
Schon bevor Hendrik Schulze Rückamp den Hammer zum ersten Mal aufs Pult fallen ließ, konnte die Auktion der 23. DSP-Hengsttage mit zwei Rekorden aufwarten: Generell sehr gut besucht, war die Halle erstmals auch zur Auktion ausverkauft und mit 81 Hengsten – 2025 war die Auktionskollektion 69 Hengste stark – war das Angebot so groß wie nie zuvor.
Sechs Mal sechsstellig
Stimmungsvoll eingeleitet wurde die Auktion in der mit viel Liebe zum Detail geschmückten Olympia-Reithalle mit der von Ruben Mora von der Staatsoper Stuttgart live gesungenen „Ode an die Freude“. Und Anlässe zur Freude gab es viele. Bereits der erste Auktionskandidat setzte ein Zeichen. Die auch online zahlreich abgegebenen Gebote kamen zügig und schließlich konnte Monic Schmidheiny in der Halle jubelnd die Arme hochreißen: Für den Spitzenpreis von 265.000 Euro sicherte sie sich einen der Dressursieger für das in Brandenburg gelegene Gestüt von Bellin.
Der Fuchs von Sir Heinrich-Don Juan aus der Zucht von Erich Trogemann, Olfen, der von der Schulze-Averdiek GbR ausgestellt wurde, blieb nicht der einzige Hengst, der für einen sechsstelligen Preis zugeschlagen wurde, insgesamt knackten sechs der Auktionskandidaten, allesamt Prämienhengste, diese Marke: Bei 150.000 Euro fiel der Hammer für einen Braunen von Zackerey-Fürst Heinrich aus der Zucht und ausgestellt von Heinrich Ramsbrock, Menslage. 130.000 Euro ließ sich der neue Besitzer einen von Christian Wittlinger, Beimerstetten, gezogenen Hengst von Global Player-Floriscount kosten. 125.000 Euro war der Zuschlagspreis für einen Rappen von Energy-Sezuan aus der Zucht von Elizabeth Kapp, Clüversborstel, den Justin Klausing aus Diepholz nach München gebracht hatte. 102.000 Euro wurden für den Reservesiegerhengst der Springkollektion von Million Dollar-Caretino aus der Zucht von Klaus Isaak, Künzelsau, angelegt. Und glatte 100.000 Euro leuchteten auf der Anzeigetafel auf für einen Fuchs von Dutch Dream aus der Reitpferde-Bundeschampionesse Baroness Bibi von Benicio, der von Franz-Georg Ottmann, Saerbeck, nach München entsandt worden war.
Top Hengste für erste Adressen
Durchschnittlich wurden die 50 gekörten Hengste der Auktionskollektion für 48.300 Euro zugeschlagen, der Durchschnittspreis für die nichtgekörten Hengste pendelte sich bei 26.645 Euro ein. Nicht nur zahlreiche international agierende Sportställe sicherten sich in München vielversprechenden Nachwuchs, einer ganzen Reihe der Hengste wird auch eine glänzende Karriere als Vererber vorhergesagt. Die Weichen jedenfalls wurden bei diesen DSP-Hengsttagen, die mit einer anderswo kaum zu findenden Blutlinienvielfalt aufwarten konnten, gestellt.
So werden zum beispielsweise neben den bereits erwähnten Prämienhengsten ein Springhengst von Denzel van het Meulenhof-Diamant de Semilly aus der Zucht von Jürgen Laue, Gerbstedt, steht künftig in Diensten des Brandenburgischen Landgestüts Neustadt/Dosse. Der Siegerhengst Springen von Heartbreaker-Diarado aus der Zucht von Uwe Eberhardt, Herbrechtingen, den ebenfalls Jürgen Laue ausstellte und der einst DSP-Auktionsfohlen war, deckt zukünftig auf dem Ferienhof Stücker in Weeze. Auf der Hengststation Tebbel in Elmsbüren kommt ein prämierter Hengst von Juwel-Vitalis, der von der Besitzergemeinschaft Westhoff & Rothenberger, Bad Homburg, ausgestellt wurde und nicht zum Verkauf stand, zum Einsatz. Ein weiterer Hengst, der zwar als Fohlen über eine DSP-Auktionsplattform den Besitzer gewechselt hatte, in München aber nicht zur Auktionskollektion gehörte, wirkt zukünftig in Spelle auf der Station Kandziora. Dieser Fuchs von Escanto PS-Vitalis aus der Zucht von Ralf-Peter Lehmann, Teisendorf, für den die Angelina de Vittorio GmbH & Co. KG und Martin Stechele aus Wehringen als Beschicker der Körung verantwortlich zeichneten, hört zukünftig auf den Namen Evermore. Ebenfalls in den
Deckeinsatz geht der zweite der Dressur-Sieger, ein Hengst von Feliciano-San Amour I aus der Zucht von Martin Niedermair, Aying, den Ida Vávriková aus Brno in der Tschechischen Republik bei der DSP-Fohlenauktion in Sauerlach gekauft hatte und den sich nun in München das Gestüt Turfhorst beheimatet in den Niederlanden sicherte. Nicht Richtung Osten, sondern nach Norden ins niedersächsische Fürstenau reist zusammen mit dem bereits erwähnten Sohn des Dutch Dream ein ebenfalls prämierter Dunkelbrauner von Total Hope-Feenkönig xx – auch er einst DSP-Auktionsfohlen – aus der Zucht von Gabriele Eder, Osterhofen, und ausgestellt von Lukas Paulix, Wernigerode, sowie der Sohn des Escolar aus einer Mutter von Rubin Royal (Z.: Johannes zur Lage, A.: 2m2 Horses, Bastad). Die beiden beziehen Boxen auf der Hengststation von Damil Dressage. Einen Neuzugang von den DSP-Hengsttagen meldet der Zuchthof Wadenspanner: Der Sohn des Zackerey-Dante Weltino aus der Zucht der ZG Bödekker-Seitz und ausgestellt von Gerdi Rakelbusch wird in Pattendorf eine Beschälerbox beziehen.
Neue Besitzer im Ausland fanden neun der Hengste. Drei gingen nach Frankreich, zwei in die Niederlande und je ein Hengst nach Belgien, Großbritannien, Schweden und in die USA.
Fritz Fleischmanns Fazit fällt zurecht zufrieden aus: „Wir konnten nicht nur die Spitzenhengste gut verkaufen, sondern hatten auch in der Breite vor dem Hintergrund der aktuell schwierigen Marktsituation einen lebhaften Auktionsverlauf“, so der Vermarktungs- und Auktionsleiter des DSP.
PM/Michaela Weber-Herrmann
Körergebnisse
Auktionsergebnisse
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushalts.
Die Förderung erfolgt durch das Sächsische Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft.



